Lets Rock, die unbeschwerte Abendbelgeitung

Obliveon Metal and Gothic magazine

Genau so muss guter Melodic-Rock bzw. AOR-Sound aus deutschem Lande klingen um international konkurrenzfähig zu sein. Verwunderlich ist es allerdings, dass Sänger Carsten Schulz bei seinen beiden Nebenbetätigungsfeldern, Evidence One und Midnite Club, weitaus besser zur Geltung kommt als bei seinem Hauptbrötchengeber Domain. Schon Evidence One hatten großartige Momente, aber Midnite Club, hervorgebracht von Gitarrist Stephen Seger, der schon 1997 mit Sänger Carsten unter dem Namen Mr. Hate das Album „Fragments“ auf den Markt brachte, stellt die Melodic-Rock Szene Deutschlands auf den Kopf. Mit dabei – von den Söhnen Mannheims (!!!) – Drummer Bernd Hermann, Scarlet Rose-Bassist Andy Keller und Keyboarder Holger Seeger (Cameron). Der Name der Band stammt von dem gleichnamigen Song aus der Feder von Frontline-Gitarrero Robby Boebel. Robby spielt bei diesem Track als Gastmusiker die Rhythmusgitarre und ist nebenbei für den Titel „Ticket To Silence“ als Songwriter mitverantwortlich. Stephen, der Gitarrenunterricht von Joey Tafolla (aus dem Shrapnell-Stall) und Vitek Spacek (Laos, Craaft, Steeler) genoss, flippt zu keiner Zeit aus und spielt außerordentlich songdienlich. Dennoch bietet er feinste Ware feil. Schon die ersten drei Tracks „Neon Dreaming“, „Too Close To The Sun“ und “ Morning Rain” sind ein Traum was Dynamik, Ohrwurmcharakter, unvergessliche Melodien und Hit-Niveau betrifft. Herz und Seele als Hauptziel. Man hat es sogar geschafft ein Stück Eigenständigkeit zu erzielen, soweit dass in diesem Genre überhaupt noch möglich ist. Aber durch die powervollen und harten Einsprengsel zelebriert man eine außergewöhnliche Kompositionsidee, zu der mir partout keine Band als Vergleich einfällt. Das geschieht mir so gut wie nie. Herzlichen Glückwunsch.

The Metal Observer

MIDNITE CLUB originated after the split of the band MR. HATE, which had released a CD called “Fragments” in 1997. Ex-MR. HATE guitar player Stephen Seger is the leader of the whole thing. He could enlist his former fellow and MR. HATE singer Carsten Schulz (DOMAIN, EVIDENCE ONE) as well as drummer Bernd Hermann of the SÖHNE MANNHEIMS (?), SCARLET ROSE bass player Andy Keller and CAMERON keyboard player Holger Seeger.

Musicwise, it can be expected a Melodic Rock/Hard Rock thing with 80s hints. Due to this able actors spread, one can’t criticize anything technical. Also the vocals are above the average. One fat groover here, one rock ballad there and every Hard Rock fan should clack its tongue. But I miss an absolute smasher. It’s all very good, never annoying but also somehow predictable. It’s solid German Melodic Rock, not more nor less. As I’m more a fan of heavier sounds, this is not really my branch.

 

Teleschau.de 
Midnite Club
Running Out Of Lies

(tsch) Der Midnite Club öffnet seine Pforten. Er befindet sich in den heimischen Gefilden des deutschen Hard Rocks, das lassen schon die Namen der Besitzer erahnen: Gitarrist und Bandgründer Stephen Seger machte sich mit Mr. Hate Ende der 90-er einen Namen, und Carsten Schulz, ebenfalls ex-Mr. Hate Mitglied, ist zurzeit als Sänger von Domain ganz gut im Geschäft. Der Standort des ersten Midnite Club-Albums “Running Out Of Lies” ist aber auch hörbar: Es klingt sehr bekannt, was uns die Herren hier auftischen, Bonfire schimmern immer wieder durch, genauso wie Domain oder Frontline, deren Gitarrist Robby Boebel als Gast-Songwriter auftaucht.

Sicherheitsbewusstsein und professionelle Arbeit – urdeutsche Tugenden bestimmen “Running Out Of Lies”. Es gibt keinen Song, der sich weit aus dem Fenster lehnt, alles bleibt innerhalb der gängigen Hard Rock-Schemata. Dort bewegen sich Midnite Club mit enormer Sicherheit, sie wissen, wie man Songs schreibt und Stimmungen aufbaut. Die besten Momente hat die Scheibe immer dann, wenn aufs Gaspedal getreten wird, so beim flotten, Keyboard betonten Opener “Neon Dreaming” oder dem packenden “Snakecharmer”. Ein bisschen sauer dagegen stoßen das abgelutscht wirkende “Heaven Beyond” und die abschließende Ballade “Thoughts Away” auf, bei der die Kuschel-Heroen Bon Jovi etwas zu auffällig von der anderen Seite des großen Teichs herüberwinken. Kenner der Szene können aber eigentlich nichts falsch machen, wenn sie sich den ein oder anderen Drink im Midnite Club genehmigen. Schmeckt, wie eine handgemachte Hard Rock-Scheibe schmecken muss!